Willst Du, dass Dein Leben im Netz überwacht wird?

Das Wort “Vorratsdatenspeicherung” ist nicht gerade eingängig. Und trotzdem wurde es auf de re:publica oft genug thematisiert. Was bedeutet es für ein “Leben im Netz”, wenn zukünftig alle Kommunikationsdaten beim Provider für mindestens sechs Monate gespeichert werden sollen, damit Sicherheitsbehörden darauf zugreifen können? Daten, die enthalten, mit wem ich wann über welches Tool kommuniziert habe? Welche Webseiten ich besucht habe? Wer mir wann e-Mails geschrieben hat und mit wem ich wo gechattet habe? Wo die Beteuerungen der Politik, das würde ja nur bei den sechs Monaten bleiben und der Datenschutz wäre gewährleistet durch Politikeräusserungen der Vergangenheit zum Datenschutz immer unglaubwürdiger werden? Man also davon ausgehen kann, dass irgendwann in einem nächsten Schritt nicht nur gespeichert werden soll, mit wem ich kommuniziert habe, sondern auch was? Und das nicht nur sechs Monate, sondern viel länger? Diese Gedanken machen im Moment vielen Bürgern in Deutschland und im ganzen Europa Angst. Und sie sind keine düsteren Utopien, sondern stehen so in einem Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung, der vermutlich kommende Woche im Bundeskabinett von unserer Regierung beschlossen wird. Der danach höchstwahrscheinlich nicht mehr von der grossen Koalition im Bundestag verändert wird und irgendwann Gesetz ist.

Dagegen kann jetzt noch was getan werden. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Wichtig ist Druck auf die Medien und auf die Politiker, die das nächste Woche beschliessen. Es geht um unser Leben im Netz und unser Gefühl, bei unserer Kommunikation nicht ständig vom Staat überwacht zu werden. Das ist kein schlechter Traum -das wird gerade Relaität. Informiert Euch, sensibilisiert Euch und bloggt darüber. Am morgigen Samstag findet zudem in Frankfurt eine grosse Demonstration statt.

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Comments

Finde ich wirklich wichtig und auch sehr löblich, dass ihr dieses Thema auch auf eurer Seite veröffentlicht habt. Ich hoffe, dass die Leute nicht nur darüber bloggen, sondern auch aktiv auf der Demo vertreten sind. Diese Thematik betrifft uns alle, Blogger, Webdesigner oder auch den einfachen “Surfer”.

Was mit Regeln im Internet beginnt, dass endet in der totalen Ãœberwachung.

Neben der Demo in Frankfurt morgen (auf die ich mich schon freue) planen wir vom AK Vorratsdatenspeicherung für Mittwoch (11.4.) auch noch eine kleine Demo in Berlin. Bei Interesse einfach mir mailen:

virtualoffice (at) gmx.org

Ausserdem haben wir heute einen kleinen Spendenmarathon angestossen, um etwas Geld zu sammeln, da es hier leider sehr mau aussieht:

http://www.pledgebank.com/akvorrat

Wem immer das Thema am Herzen liegt: wir würden uns freuen, wenn ihr euch dem Versprechen anschliesst und Euch mit engagiert.

Liebe Grüße
Ingmar

datums-korrektur: 18.04
und die seite für alle ideen-haber und mitmachen-woller:
wiki.vorratsdatenspeicherung.de/?title=Blogosphaere
SPREAD THE MESSAGE!!!

Ich finde es total geil, dass eine Gruppe von Leuten, die jederzeit bereitwillig ihre derzeitige Tätigkeit Echtzeit via Twitter bloggt, gegen den Zugriff auf ihre Daten ist. ;-D

Gerald, ich hoffe, dein Kommentar ist wirklich pure Ironie (wie es der Smilie vermuten lässt). Ansonsten wären ein paar Gedanken zum Thema “informationelles Selbstbestimmungsrecht” (http://www.datenschutz-berlin.de/themen/lexikon/index.htm#isr) sicher angebracht.

Es ist Ironie. Aber nur etwa zu 95%. ;)

Hinter jedem link auf den Wörtern “oft genug thematisiert” verbirgt sich nix.

Smoe, die Server werden gerade umgezogen, wo unser Pentabarf-Programmplanungssystem gehostet wird. Das erklärt die fehlenden Informationen. Mehr findet sich bei netzpolitik.org.

[...] re:publica - Willst Du, dass Dein Leben im Netz überwacht wird? Den heutigen Beschluss des Gesetzentwurfs zur Vorratsdatenspeicherung durch die Bundesregierung [...]

[...] Jusos in das Hamelner Nachtleben einbringen… Ebenfalls würde ich mich freuen, wenn die großen Herren der Blogosphäre eine Initiative ins Leben rufen die endlich mal zeigt, was die deutsche [...]

Da passieren momentan die irrsten Dinge - sehr wichtig, ein breites Bewusstsein für die Thematik zu schaffen.

[...] wird die Lösung naheliegender Probleme völlig vernachlässigt. > > Willst du einem Paar, dass mit > 50%iger Wahrscheinlichkeit ein schwer krankes Kind bekommen würde > nicht helfen [...]

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